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Alkoholprobleme überwinden

Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige

 

Alkoholprobleme überwinden

 

„Der übermäßige Konsum von alkoholhaltigen Getränken entwickelt sich immer mehr zum Gesundheitsrisiko. H. Günter Faßbender, der Autor dieses Ratgeberbuches, ist seit 1981 im Arbeitsfeld Suchthilfe tätig. Er hat viele Menschen mit Abhängigkeit gesehen, mit vielen gesprochen und vielen helfen können.

Immer wieder stellt sich die Frage, ob und warum so viele Menschen den Weg bis in die Abhängigkeit gehen müssen. Warum können sie nicht früher erreicht werden? Das Leiden der Menschen, vor allen Dingen der mitbetroffenen Familien, zu verkürzen, diesen Wunsch verspüren viele Therapeuten in ihrer täglichen Arbeit. Günter Faßbender ist einer der Therapeuten, der seine Erfahrungen aufgeschrieben hat, um sie anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. Es ist seine Sichtweise, es ist seine Herangehensweise, die im gesamten Buch durchschimmert. Hier schreibt kein Schriftsteller, kein Autor, sondern ein Therapeut, dem es um die Menschen ging, und um die Menschen geht.

Dabei ist es sehr hilfreich, auf Beispiele aus der täglichen Arbeit zurückzugreifen, denn es gibt ein Paradox in der Arbeit: Jeder Abhängige berichtet von sich unter der Prämisse, dass bei ihm doch alles anders gewesen sei. Im Gespräch, zum Beispiel in der Selbsthilfegruppe, wird dann aber deutlich, dass es entscheidende Gemeinsamkeiten gab, wie sie Professor Wanke einmal auf den Punkt gebracht hat „Wie ein Fluss aus zahlreichen Quellen seinen Ursprung nehmen kann, dann aber einen unverwechselbaren Verlauf zeigt, bieten Abhängigkeiten eine unterschiedliche Krankheitsentstehung und münden schließlich in eine gemeinsame Endstrecke ein, in der die „Typen bildende Kraft der Krankheit“ wirksam wird.“

Dieses Buch kann helfen, mehr Menschen mit Alkoholproblemen früher zu erreichen und sie besser zu behandeln. Mögen es viele Menschen lesen und davon profitieren.“ 
(Hamm, Rolf Hüllinghorst, ehemaliger Geschäftsführer Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e. V.)



 

Inhaltsverzeichnis:
             „Alkoholprobleme überwinden“

Vom Genuss zur Abhängigkeit     

Mögliche Ursachen der Sucht    

Das Suchtpotenzial des Alkohols        

Nicht bewältigte Erfahrungen und Defizite aus der Kindheit  

Trauma und Sucht     

Finanzielle Probleme und Überschuldung   

Familiäre und partnerschaftliche Probleme 

Berufliche Probleme  

Psychische Probleme        

Wege zur Bewältigung von  Alkoholgefährdung und -abhängigkeit

Körperlicher Entzug   

Behandlung mit Medikamenten  

Psychische Entwöhnung   

Besuch einer Selbsthilfegruppe 

Beratung in einer Suchtberatungsstelle       

Wahl der Behandlungsform        

Ambulante Behandlung     

Aktive Konfliktbewältigung 

Aufbau einer aktiven und suchtmittelfreien Freizeitgestaltung        

Grenzsetzung und Durchsetzungsvermögen        

Gefühle zeigen 

Kritik äußern und annehmen       

Übernahme der eigenen Verantwortung      

Überwindung von Beziehungsproblemen    

Überwindung der „Defizitorientierung“ 

Stationäre Behandlung      

„Lebensgeschichten 

Manfred G.        

Theo S.    

Peter B.    

Heidi D.    

Ralf M.      

Josef P.    

Achtung Rückfallgefahr!     

Die Infragestellung der Notwendigkeit der dauerhaften Abstinenz 

Das Knüpfen der Abstinenz an Bedingungen       

Der eiserne Wille       

Die sich selbst erfüllende Prophezeiung      

Mangelnde Akzeptanz der Alkoholabhängigkeit   

Das Suchtgedächtnis

Suchtdruck        

„Kontrollierter Alkoholkonsum für Suchtkranke“ – Mythos oder Wirklichkeit?

Fehlender Besuch einer Selbsthilfegruppe  

Alkoholhaltige Speisen, Getränke und Medikamente    

Rückfall in alte Verhaltensweisen        

Rückfall als „Alles-oder-nichts-Ereignis“       

Gedanken einer Betroffenen zum Thema Rückfall        

„Anleitung zum Rückfall“    

Suchtverlagerung      

Was tun bei einem Rückfall?      

Typische Verhaltensweisen von Angehörigen     


Auszug aus meinem Buch:

"Lebensgeschichten"

Nachfolgend schildern Betroffene ihren persönlichen Werdegang, die Entwicklung ihrer Alkoholprobleme und ihren Weg zum Aufbau einer abstinenten Lebensführung.

Die Lebensgeschichten werden ungekürzt wiedergegeben. Die Namen der Personen sind von mir geändert bzw. frei erfunden, wie auch alle anderen Angaben, die Rückschlüsse auf die Person zuließen. Hierdurch soll die Anonymität der betreffenden Personen gewahrt bleiben. Der ein oder andere Leser dieses Buches wird sich trotzdem in den geschilderten Lebensläufen „wiederfinden“ können.

An dieser Stelle möchte ich den Betroffenen herzlich danken, die mir ihre „Lebensgeschichten“ zu Verfügung gestellt haben, um sie in diesem Buch zu veröffentlichen.

Manfred G. steht noch am Anfang seines Weges, mithilfe einer ambulanten Behandlung eine dauerhafte, zufriedenstellende Abstinenz aufzubauen. Er beschreibt in seiner Lebensgeschichte verschiedene Hintergründe der Entwicklung seiner Alkoholprobleme. Die für ihn schwierige Beziehung zu seinem Vater, Probleme in der beruflichen Entwicklung und Schwierigkeiten in partnerschaftlichen Beziehungen trugen dazu bei, dass sich aus einem „normalen Umgang mit Alkohol“ ein problematisches und letztlich abhängiges Trinkverhalten entwickelte. Während einer stationären Entgiftung auf einer Entgiftungsstation in einer psychiatrischen Klinik erfuhr er durch andere Betroffene wohin der vermehrte Alkoholkonsum körperlich und sozial führen kann. Dies brachte ihn letztlich zum Entschluss seine Abhängigkeit vom Alkohol zu akzeptieren und sich zur Aufnahme einer ambulanten Behandlung zu entscheiden.

Manfred G.

Ich wurde am 1969 geboren und bin als „verwöhntes Einzelkind“ aufgewachsen. Mein Vater war von Beruf Ing. Er war ein sehr autoritärer und cholerischer Mensch. Für ihn war zwar die Familie das Wichtigste, aber ein Gefühlsmensch war er nicht. Äußerlich sollte alles perfekt wirken und die Weste sollte weiß bleiben. Heile Welt PUR, von wegen! Ich bekam schon früh suggeriert, dass ich in seine Fußstapfen treten soll und den gleichen beruflichen Weg einzuschlagen hätte. Es gab entweder Zuckerbrot oder Peitsch, wenn ich mich in seinem Sinne verhalten habe, wurde ich materiell belohnt, ansonsten geschah genau das Gegenteil: HAHN ZU! 

Ab meinem 14. Lebensjahr gerieten wir immer häufiger aneinander, da ich mit seinen Vorstellungen und „Philosophien“ nichts anfangen konnte. Er versuchte mich zu brechen und mein Selbstbewusstsein zu zerstören, aber dies ließ ich nicht zu. Mit den Jahren akzeptierte er dann zähneknirschend, dass ich wohl doch meine eigenen Vorstellungen hatte und erst als ich mit 23 Jahren von zu Hause auszog, wurde unser Verhältnis wieder etwas besser. Er verstarb 2001 am Krebs.

Meine Mutter hingegen war eine sehr sensible, liebevolle und gefühlsbetonte Frau, also genau das Gegenteil meines Vaters. Sie hatte sich meinem Vater untergeordnet so, wie es meist in dieser Generation üblich war. Sie verwöhnte mich total und konnte sich kaum durchsetzen. Als Kind nutzt man dies natürlich schamlos aus. Durch die Gefühlskälte meines Vaters und das fehlende Selbstbewusstsein fing sie an zu trinken. Letztendlich starb sie an diesen Folgen. Dies ließ mich sehr nachdenklich werden und war sicherlich auch mit einer der Gründe, gegen meine eigene Sucht die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.

Ersten Kontakt mit Alkohol hatte ich mit ca. 14 Jahren in meiner Schulzeit. Eher als Mitläufer als aus Überzeugung. Man wollte einfach dazugehören und die Neugier auf den Rausch tat ein Übriges. Mit den Jahren steigerte sich die Verträglichkeit erheblich und der Konsum nahm stetig zu. Getrunken wurde aber zu diesem Zeitpunkt nie unter der Woche, sondern lediglich an Wochenenden oder zu Feierlichkeiten (Karneval, Schützenfest, Geburtstag, etc.). Als ich so Anfang 30 war, fing ich langsam an, auch alleine und zu Hause Alkohol zu trinken. Beruflicher Stress und private Probleme waren ein guter Grund, dies mit Alkohol zu betäuben und die Stimmung zu manipulieren. Wo man am Anfang noch ein gewisses Schamgefühl entwickelte, wenn man sich alleine auf der Couch ein „Gläschen“ gönnte, wurden diese Gefühle aber bald neutralisiert und es stellte sich eine gewisse Routine im Trinkverhalten ein, ohne dass mir dies deutlich bewusst wurde. Ich merkte nur, dass ich mich immer mehr isolierte und kaum noch etwas unternahm.

Zwischendurch hatte man ja auch Beziehungen, die gewisse Parallelen aufwiesen. Die Damen störte mein Trinkverhalten und mir selber kam dies überhaupt nicht ungewöhnlich vor. Jetzt im Nachhinein kann ich das natürlich nachvollziehen, was mir die Frauen haben sagen wollen.

Bis 1998 trank ich Alkohol meist nur am Wochenende und bei Festlichkeiten. Seitdem auch in der Woche und oft auch alleine. In den letzten Jahren fast täglich mindestens eine Flasche Wein oder Sekt, drei bis viermal die Woche auch bis zu 3 Flaschen. Unter Alkoholeinfluss wurde meine Stimmung ruhiger, relaxter und in Problemphasen wurde der Stressfaktor nicht so groß. Andererseits wurde ich auch schneller reizbar und launisch. 

Nach der Mittleren Reife absolvierte ich eine Ausbildung zum Friseur, später auch den Friseurmeister. Nach einem Bandscheibenvorfall konnte ich diesen Beruf jedoch nicht mehr ausüben und absolvierte eine Umschulung zum Mediengestalter. Seit 2004 bin ich in diesem Beruf nun selbstständig tätig. Wenn Kundengespräche, ein Arztbesuch oder andere wichtige Termine anstanden, habe ich es immer gerade so geschafft nüchtern zu sein.

Meine erste langjährige Beziehung dauerte 7 Jahre. Ich habe sie mit 18 Jahren kennengelernt und wir trennten uns, weil wir uns in den Jahren in verschiedene Richtungen entwickelt haben. Meine zweite langjährige Beziehung hielt 3 Jahre. Sie hatte ein kleines Kind, was letztendlich auch zur Trennung führte. 1999 habe ich meine jetzige Frau geheiratet. Ich habe sie 1998 kennengelernt. Auch sie hatte eine Tochter, aber in pubertärem Alter. 2001 ließen wir uns scheiden, da dieses Kind unsere Beziehung massiv torpedierte. Wir hatten immer noch Kontakt zueinander und nun probieren wir es noch einmal, aber diesmal ohne Kind.

Meine Frau ist mein Ruhepol und hält mich im Zaum. Wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten und auch meist denselben Geschmack. Es gibt keine Reibereien oder sonstige Stressfaktoren. Wir vertrauen uns gegenseitig, sie versucht nicht mich zu verbiegen und nimmt mich so, wie ich bin. Auch ohne Worte versteht sie, was ich meine oder weiß, wie es mir geht. Meine Frau ist meine wichtigste Bezugsperson. Außerdem habe ich noch einen langjährigen Freund, auf den ich mich auch verlassen kann.

Im November 2007 absolvierte ich meine erste und hoffentlich auch letzte stationäre Entgiftung. Die Informationen und Eindrücke während dieser Entgiftung haben mich in meiner Motivation zur dauerhaft abstinenten Lebensführung bestärkt. Bereits nach einigen Wochen ohne Alkohol fühle ich mich körperlich wesentlich wohler. Meine Frau ist stolz auf mich und unterstützt mich auf meinen Weg zum Leben ohne Alkohol.

Ich bin mir meiner Krankheit bewusst und nehme diese nicht auf die leichte Schulter. Man darf sich nie zu sicher sein, „geheilt“ zu sein und muss sich immer vor Augen führen, welche Konsequenzen entstehen, wenn es zu einem Rückfall kommen würde.

Ich möchte mehr Lebensqualität erreichen. Keine Sucht soll mich mehr in ihren Bann ziehen und mein Leben bestimmen. Berufliche Stabilität und natürlich eine harmonische

Partnerschaft stehen auch im Fokus meiner Zielsetzungen. Dies möchte ich mithilfe einer ambulanten Behandlung in einer Fachambulanz für Suchtkranke erreichen.

Kontrollierter Alkoholkonsum für Suchtkranke“

 

            –Mythos oder Wirklichkeit? –

Welcher der 1,9 Mio. Alkoholiker würde sich dies nicht wünschen wiederkontrolliert Alkohol konsumieren zu können, ohne die Gefahr wieder in das alte Suchtverhalten zurückzufallen. Dieses Thema bewegt nicht nur Betroffene, sondern auch die Fachwelt.

Das „Programm zum kontrollierten Trinken“, das von Prof. Dr. Körkel entwickelt wurde, erweckt die Hoffnung, dass nicht nur Menschen mit einemriskanten Alkoholkonsum (nach der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als täglich 20 g Alkohol für Frauen und 30 g für Männer) sondern auch suchtkranke Menschen einen reduzierten und problemlosen Umgang mit Alkohol erreichen können.

Da nur etwa 10% der Menschen mit einem problematischen Alkoholkonsum von den traditionellen Suchtberatungsstellen erreicht werden, hofft man gleichzeitig nicht nur Alkoholiker, sondern auch Risikotrinker mit diesem sogenannten „zieloffenen Programm“ zu erreichen. Die Zahl der Menschen, die zwar noch nichtabhängig sind, jedoch den Grenzwert der WHO deutlich überschreitet wird in Deutschland auf 10 % der Bevölkerung geschätzt.

Bei näherer Betrachtung des Programms zum kontrollierten Trinken und der entsprechenden Studien hierzu wird deutlich, dass hier bei Menschen, die alkoholabhängig sind, Hoffnungen geweckt werden, die wenig realistisch sind.

Ausgerechnet bei chronisch Suchtkranken, die es trotz wiederholter, traditioneller Behandlung nicht geschafft haben ein alkoholfreies Leben aufzubauen, wurde dieses Programm entwickelt und erprobt. Alkoholiker, die u. a. aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit, ihres starken körperlichen Abbaus durch einen chronischen Alkoholkonsum und fehlender sozialer Bezüge schlechte Aussichten haben, ein Leben ohne Alkohol führen zu können. Wäre ein dauerhaft, reduzierter Alkoholkonsum für diesen Personenkreis durch ein „Programm zum kontrollierten Trinken“ möglich, um wie viel eher müsste dies für Alkoholiker möglich sein, die noch eine Arbeitsstelle, eine Familie und noch eine weitgehend intakte körperliche Verfassung aufweisen? Anstatt von kontrolliertem Umgang mit Alkohol für Alkoholiker zu sprechen, sollte daher eher von einer Reduzierung der Trinkmenge und der Häufigkeit des Alkoholkonsums gesprochen werden. Dies kann eine Alternative sein zum „unkontrollierten Zu vieltrinken“ insbesondere für Menschen, für die das Ziel der dauerhaften Abstinenz nicht erreichbar erscheint. Gibt man im Selbsttest auf der Webseitehttp://www.kontrolliertes-trinken.deTrinkmengen, Trinkgewohnheiten und andere Merkmale ein, wie sie ein Alkoholiker wahrheitsgemäß eingeben würde, so wird als Testergebnis auch hier die abstinente Lebensführung empfohlen. Als alternatives Ziel wird der reduzierte Alkoholkonsum empfohlen. Dies macht deutlich, dass auch für Prof. Körkel klar zu sein scheint, das für Alkoholiker eine Abstinenzorientierungnotwendig ist.

Auch Menschen mit einem riskanten Alkoholkonsum haben in einer Suchtberatungsstelle immer schon die Möglichkeit in einer Beratung ihren Umgang mit Alkohol kritisch zu hinterfragen und Hilfestellung zur Überwindung einer evtl. Suchtgefährdung zu erhalten. Im Verlauf einer langfristigen Beratung zeigt sich für den Betroffenen, ob noch ein kontrollierter und problemloser Umgang mit Alkohol erreicht werden kann. Kontrollierter Umgang mit Alkohol im Sinne eines „normalen Alkoholkonsums“ bedeutet jedoch nicht nach Plan bzw. Strichliste Alkohol zu konsumieren. Wer dies benötigt, um nicht ständig zu viel Alkohol zu konsumieren, ist schon in hohem Masse gefährdet, wenn nicht bereits abhängig vom Alkohol. Gerade der „Kontrollverlust“, d. h. seinen Umgang mit Alkohol nichtmehr willentlich steuern zu können ist das Hauptmerkmal der Alkoholabhängigkeit. Kontrollierter Umgang mit Alkohol bedeutet noch in der Lage zu sein, dauerhaft so mit Alkohol umgehen zu können, dass der Alkoholkonsum nicht immer wieder zu Problemen führt. Was dies im Einzelnen bezüglich der Trinkmenge, der Häufigkeit des Konsums, der Trinkanlässe etc. bedeutet, ist nur im Einzelfall zu klären. Programme zum kontrollierten Trinken können eine Möglichkeit zur Früherkennung sein, sollten jedoch nicht falsche und für Alkoholiker gefährliche Hoffnungen wecken.
Wenn es eine Möglichkeit gäbe Suchtkranke wieder zu einemdauerhaften kontrollierten Alkoholkonsum zu verhelfen, wäre dies weltweit erstes Therapieziel in allen Kliniken und Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe.


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Suchtgefahr durch Corona-Krise

 

Alkohol löst keine Probleme und tötet keine Viren.

In Deutschland sind 1,6 Millionen Menschen von Alkohol abhängig. Etwa 10 Millionen Menschen gelten als alkoholgefährdet, d,h. Sie haben ein riskantes Trinkverhalten.


 

Suchtgefahren

Die Corona-Krise mit ihren psychischen und sozialen Folgen

führt dazu, dass Menschen den Alkohol als vermeintlichen.

Seelentröster benutzen. Ängste und soziale Isolation lassen sich scheinbar mit Alkohol besser ertragen. Dazu kommen dann noch Fake-News in denen behauptet wird, Alkohol könne Coronaviren abtöten. Das Gegenteil ist der Fall. Überhöhter und regelmäßiger Alkoholkonsum schwächt das Immunsystem und mindert hierdurch die Fähigkeit des Körpers, mit Infektionen umgehen zu können.

Die Grenzen zwischen Genuss und riskantem Konsum und Abhängigkeit sind fließend. Es gibt wohl kaum einen Menschen, der mit dem Vorsatz Alkohol trinkt, um hiervon abhängig zu werden. Der arglose Umgang mit Alkohol kann gerade in Corona-Zeiten schleichend zur Abhängigkeit führen. Auch geringe Mengen können zur psychischen Gewöhnung führen. Daher sollte man zumindest an zwei Tagen in der Woche keinen Alkohol trinken. Die Anzeichen, die darauf hindeuten, dass der Konsum von Alkohol problematisch wird, sind: Morgendlicher Alkoholkonsum, immer mehr vertragen können als Zeichen der körperlichen Gewöhnung, täglicher Alkoholkonsum, Vernachlässigung anderer Interessen, körperliche Entzugserscheinungen wie Schwitzen und Zittern bei Reduzierung der Alkoholmenge insbesondere am Morgen. Spätestens, wenn der Alkoholkonsum zu Problemen führt und der Betroffene ist nicht mehr in der Lage seinen Alkoholkonsum, von der Menge und der Häufigkeit des Konsums zu reduzieren, hat sich eine Abhängigkeit entwickelt. Greifen Sie daher auch zu Corona-Zeiten nicht aus Langeweile, Frust, Ängste oder Sorgen zum Alkohol.

Immer noch wird in der Gesellschaft der problematische Umgang mit Alkohol und die Alkoholabhängigkeit als Charakterschwäche gesehen. Als typischer Alkoholiker sieht man den Obdachlosen, der morgens am Kiosk steht und sein Bier trinkt. Dieses Bild des Alkoholikers dient vielen Menschen dazu, nicht selbst über den eigenen Umgang mit Alkohol kritisch nachdenken zu müssen. Dabei leben Suchtkranke in allen gesellschaftlichen Schichten, Berufen und Altersklassen.

Die Ursachen, die zur Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit sind so vielschichtig wie das Leben. Alles, was dazu dient, den Sorgen des Alltags zu entfliehen, kann zu süchtigem Verhalten und zur Abhängigkeit führen. Jedes Suchtverhalten ist ein Versuch Probleme zu lösen, der nicht nur erfolglos ist, sondern selbst zum Problem wird. Alkohol löst Arbeitsverhältnisse, Ehen, Familien, Bankkonten, Freundschaften und Leber- und Gehirnzellen auf. Alkohol löst jedoch keine Probleme und tötet keine Viren. Je eher jemand es schafft, sich seine Alkoholprobleme oder auch psychische Probleme einzugestehen, desto höhere Erfolgsaussichten bestehen, einer Suchterkrankung vorzubeugen bzw. eine Alkoholabhängigkeit zu überwinden.

 

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